Ford Explorer Plug-in-Hybrid
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Einbürgern und Auferstehen

Ford bringt einen weiteren Ami nach Europa.

Ford ist der König der Zulassungszahlen - zumindest im Land der unbegrenzten Möglichkeiten - den USA. Vielleicht auch deshalb ändert der Autobauer seine Modellpolitik. Es ist noch nicht lange her, da war Ford Amerika und Ford Europa strikt getrennt. Den Mustang kannten wir nur vom Hörensagen oder vom US-Car-Treffen, doch damit ist jetzt Schluss. Zumindest teilweise. Den Mustang kann man ja schon ein Zeiterl bei uns kaufen, den Vignale ebenfalls. Die Zulassungskaiser aus dem US-Portfolio waren dem europäischen Markt aber verwehrt. Gut, der erfolgreichste Ford, der Pick-Up F150 bleibt für das hiesige Ford-Autohaus unerreichbar, das überaus erfolgreiche Midsize-SUV Explorer schafft es aber tatsächlich über den großen Teich. 

Der Ford Explorer auf

Mit Maß und Ziel

Die amerikanische Bezeichnung Midsize ist allerdings etwas irreführend. Ganze 5,05 Meter misst der Amerikaner in der Länge. Damit ist er ziemlich genau auf dem Niveau eines Audi Q7 - und den würde hierzulande niemand als „mittelgroß“ bezeichnen. Da ist man beinahe froh, dass es die amerikanischen Fullsize-SUV nicht offiziell bei uns zu kaufen gibt, das würden unsere Straßen nicht aushalten - Parkhäuser schon gar nicht, aber teilweise sind die ja auch schon für die europäische Mittelklasse zu klein. Der Explorer protzt aber nicht nur mit seinen KArosseriemaßen, sondern auch mit Power. Die Einstiegsmotorisierungen, also einen Vierzylinder mit 305 PS und die Sechszylinder mit 322 bis 405 PS haben es gleich gar nicht in die alte Welt geschafft, bei uns schlägt nur der Topmotor auf. Der hat stramme 457 Pferde, die sich auf einen V6 Motor mit drei Litern Hubraum und Turboaufladung sowie einem Elektromotor zusammensetzen. Ganze 825 Newtonmeter schieben den beinahe 2,5 Tonnen schweren Explorer in rund sechs Sekunden auf Landstraßentempo. Schluss ist erst bei 230 km/h, wobei es mehr die Stephansdomartige Aerodynamik ist, die dem Treiben ein Ende bereitet, als die Leistung. Dank Plug-in-Technik soll sich die Auswirkung auf die Umwelt in Grenzen halten. Auf dem Papier zumindest. Angegeben sind 2,9 Liter auf 100 Kilometer, rein elektrisch sind 48 Kilometer drin.

Ford Explorer Plug-in-Hybrid

Anstatt eines mächtigen V8 gibt es einen nicht minder imposanten V6 mit Turbo- und Hybridunterstützung.

Amerikanische Bescheidenheit

Apropos drin - innen ist der Ford Explorer naturgemäß riesig. Sieben Sitzplätze oder ein Kofferraumvolumen von knapp 2.300 Litern - der hat nicht nur eine große Klappe, sondern auch viel dahinter. Die erste Sitzreihe ist seh amerikanisch dimensioniert, sprich so breit, dass Langstrecken eine wahre Freude sind. Das Cockpit selbst glänzt mit amerikanischer Opulenz, viel Bildschirm, viel Funktion und, um ehrlich zu sein, coolem Design. Aber was ist mit Innenstadtbewohnern, Autofahrern die mehr mit kompakten Abmessungen liebäugeln? Auch für die hat Ford 2020 eine Neuerscheinung - den Puma.

Ford Explorer Plug-in-Hybrid Innenraum

Großzügig und mit großem Zentraldisplay präsentiert sich der Innenraum des Ford Explorer.

Ist der aber groß geworden …

Beim Namen Ford Puma werden wohl einige Autoliebhaber mit den Ohren schlackern - bis zum Jahrtausendwechsel war das ein kleines Sportcoupe auf Fiesta-Basis. Letztere teilt sich der neue mit seinem Urahn, ansonsten haben die beiden Pumas keinerlei Berührungspunkte. Ganz dem aktuellen Trend entsprechend ist auch die Neuauflage des Puma ein SUV, immerhin ein besonders dynamisches. Optisch ist er wesentlich dynamischer, als es der ähnlich große Ecosport ist. Dei Radhäuser sind ausgestellt, um Platz für große Räder zu machen - die Gürtellinie ist hoch und das Heck fällt streng nach dem Lifestylegebot ab. Trotz der optischen Kniffe ist das kleine SUV enorm praktisch - der Kofferraum packt rund 460 Liter, was in dieser Klasse mehr als ordentlich ist. 

Am Fahrersitz gibt es ebenfalls wenig zu meckern - die Sitzposition ist gut, das Cockpit gut verarbeitet und die Bedienung logisch. Außerdem geizt der Puma nicht mit Assistenzsystemen. Ein adaptiver Tempomat, der eine integrierte Verkehrsschilderkennung hat, ist genauso wie ein Stauassistent, ein Cloud-basiertes Warnsystem und ein Parkassistent erhältlich. Beinahe selbstverständlich wirkt das die Ladeschale für Smartphones, die sich vor Apple Car Play und Android Auto mit dem Puma verbinden. Motorseitig ist der Puma, wie das Vorbild Explorer, auch mit Hybridtechnik zu haben - hier allerdings in abgeschwächter Form, als Mildhybrid. 

Ford vertraut in die Nachhaltigkeit des SUV-Trends, das steht fest. Mit den Neuzugängen räubern dann 5 SUV in ihren jeweiligen Segmenten. 

Ford Explorer Plug-in-Hybrid

Kleine SUV sind mindestens so beliebt, wie die großen Segmentsvertreter, aber Umwelt-, und Sozialverträglicher. Kein Wunder, dass Ford in dieser Klasse einen ganz besonderen Namen auferstehen lässt.